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Auftakt der Maßnahmenreihe: Gemeinsam Verantwortung gegen #Hass im Netz übernehmen

25.06.2019
LR.in Schaar: Auftakt der Sensibilisierungsmaßnahme "#Hass im Netz" in St. Veit - Land Kärnten, Expertinnen und Experten sowie Betroffene informieren gemeinsam über Gefahren und Folgen - Veranstaltungen in allen Bezirksstädten Kärntens


Klagenfurt (LPD). Gestern, Montag, startete die neue Maßnahmenreihe "#Hass im Netz" in St. Veit/Glan. Auf Initiative des Referats für Frauen und Gleichbehandlung sensibilisieren und informieren Expertinnen und Experten sowie Betroffene zum Thema Cybermobbing und digitale Diskriminierung. "Gemeinsam mit der Antidiskriminierungsstelle und dem Jugendreferat sowie in Kooperation mit der Bildungsdirektion, der Initiative ‚Gesunde Gemeinde‘ und der ‚Antenne Kärnten‘ werden bis 2020 in allen Bezirksstädten Kärntens Vorträge und Podiumsdiskussionen rund um das Thema abgehalten", sagt Landesfrauenbeauftragte Martina Gabriel.

Der jüngste "Online-Hassreport Österreich" der Antidiskriminierungsstelle Steiermark alarmiert: Antisemitismus, Äußerungen mit NS-Bezug, Extremismus, Hassbotschaften - Hass im Netz nimmt stark zu. "Hass und Hetze, ob on- oder offline, sind nicht zu tolerieren. Besonders Frauen sind häufig von Beleidigungen, Drohungen und Belästigungen im digitalen Raum betroffen. Hier ist rasches Eingreifen gefragt", erklärt Frauen- und Jugendreferentin LR.in Sara Schaar die Intention der neuen Maßnahmenreihe. "Cybermobbing und Hass im Netz sind auch viel diskutierte Themen bei unserer Maßnahmentour ‚Frauenpower 4.0 - Frau in der Region‘. Die Menschen in den Regionen beschäftigt dieses Thema sehr. Darum war es uns ein Anliegen, die Maßnahme ‚#Hass im Netz‘ rasch umzusetzen. Ob Erwachsene, Kinder, Eltern oder Lehrkräfte - alle müssen sich ihrer Verantwortung im Netz bewusst sein", so Schaar.

Bildungsdirektor Robert Klinglmair ist überzeugt: "Das Thema Mobbing ist in Schulen bereits sehr präsent. Es ist wichtig, alle geforderten Maßnahmen zu ergreifen und breit aufgestellt, mit vielen Stakeholdern, spezifisch das Thema Hass im Netz zu bearbeiten."
Ein Thema, das uns alle betrifft. Marika Lagger-Pöllinger spricht bei der Veranstaltungsreihe über ihre persönlichen Erfahrungen. Als Mutter eines Sohnes, der sich im Alter von 16 Jahren aufgrund von Cybermobbing das Leben genommen hat, erzählt sie ihre Geschichte, um andere für die Gefahren und Folgen zu sensibilisieren. "Ich sehe es als meinen Auftrag, einen Beitrag im Kampf gegen Cybermobbing zu leisten".

Auch dem Vizebürgermeister von St. Veit, Martin Kulmer, liegt das Thema am Herzen: "Als Gesunde Gemeinde möchten wir besonders zu diesem Thema Akzente setzen."

Mit an Bord bei der Veranstaltungsreihe sind Präventionsexpertinnen und -experten von der Landespolizeidirektion und dem Verein ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit. Bei der gestrigen Auftaktveranstaltung informierten Harald Ache, Präventionsexperten der Polizei St. Veit sowie Caroline Kerschbaumer, Leiterin der Beratungsstellen gegen Rassismus und Hass im Netz vom Verein ZARA über ihre Arbeit.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch ein wichtiges Tool gegen Hass im Netz vorgestellt - die BanHate App. Seit zwei Jahren leistet die europaweit erste App zur Meldung von Hasspostings gute Dienste in der Bekämpfung digitaler Diskriminierung. Ins Leben gerufen wurde sie von der Antidiskriminierungsstelle des Landes Steiermark. Mit der App haben Userinnen und User kostenlos die Möglichkeit, Hasspostings von Sozialen Medien oder anderen Online-Portalen schnell und einfach via Smartphone oder Tablet zu melden. "Die Meldungen werden daraufhin von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark auf ihren Sachverhalt geprüft und allenfalls an zuständige Behörden weitergeleitet", sagt Antidiskriminierungsbeauftragte des Landes Kärnten, Susanne Ebner. Die Nutzerinnen und Nutzer haben dann in der App die Möglichkeit, den Status ihrer Meldung nachzuverfolgen.

Seit Einführung der BanHate-App gingen 3838 Meldungen bei der Antidiskriminierungsstelle Steiermark ein, etwas mehr als die Hälfte davon wurden verfolgt. Mit der App konnten auch schon einige Fälle von Hasspostings in Kärnten aufgedeckt werden. Dazu gehört unter anderem ein Fall aus St. Veit, bei dem eine 24-jährige Kärntnerin Ende 2017 wegen Verhetzung auf Facebook zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt wurde.
Der nächste Termin der Reihe "#Hass im Netz" findet am 23. September 2019 in Klagenfurt statt.



Alle Termine: http://frauen.ktn.gv.at/344618_DE-Veranstaltungen-Veranstaltungen_Details?nid=32

Alle Infos zur BanHate-App: https://www.banhate.com/



Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Pinter/Hrastnik/Stirn
Fotohinweis: Büro LR.in Schaar